Ehrenamtler des Jugendbüros auf Kreativ- und Relax Wochenende

Ehrenamtler des Jugendbüros auf Kreativ- und Relax Wochenende

Das Team des Jugendbüros Altenahr lud am vergangenen Wochenende alle Ehrenamtler*innen zu einem Kreativ-Wochenende nach Rescheid in der Eifel ein. Nach der kräftezehrenden, anstrengenden und aufreibenden Zeit der letzten Monate, sollte hier die Möglichkeit geschaffen werden, in entspannter und angenehmer Atmosphäre zusammenzukommen. Die Begegnung und die gemeinsame Zeit miteinander ging seit Corona verloren, die Flut verschlimmerte diesen Zustand nochmal aufs Neues. Umso mehr ist es dem Jugendbüroteam wichtig Begegnung und Austausch zu ermöglichen. Von Freitag bis Sonntag stand das Selbstversorgerhaus für alle Ehrenamtler*innen offen. Achtzehn Personen war die ganze Zeit vor Ort und wurde durch acht spontane Tagesgäste erweitert. Leider mussten auch hier einige Teilnehmer kurzfristig wegen Corona absagen. An diesem Wochenende war neben Planungsrunden für anstehende Projekte auch viel Raum für persönliche Gespräche, sportliche Aktivitäten und Auszeiten.

Bewusst wurde ein Selbstversorgerhaus gewählt, weil die Gruppe unter sich sein wollte und das Zubereiten des Essens als wohltuendes Programm wahrnahm. Das wunderbare Frühlingswetter war ein weiterer Garant für den Wohlfühlmoment. Ein Highlight war der Besuch des nahegelegenen Bergwerks „Grube Wohlfahrt“, mit einer sehr lebendig gestalteten Führung. Ebenfalls konnte die Zeit dazu genutzt werden, eine Nachtwanderung für die bald anstehende Familienfreizeit vorzubereiten, die im nahegelegenen Baasem stattfinden wird. Dass der Spaß auch nicht zu kurz kam, konnte man unter anderem an dem spontan entstandenen Männerchor erkennen, der beim Karaoke sein bestes gab. Insgesamt wurde das Wochenende als wohltuende Auszeit empfunden, bei der das Jugendbüro und das Ehrenamt aktiv ge- und erlebt werden konnte.

Auch diese wertschätzende Maßnahme gibt Kraft für weitere Aktivitäten und wurde durch Spenden, die genau dies unterstützen wollten, kostenfrei ermöglicht. Kontakt, Infos unter: 02643.8174 oder www.probuero-altenahr.de

Längst fälliger Runder Tisch der Kinder- und Jugendarbeit einberufen

Längst fälliger Runder Tisch der Kinder- und Jugendarbeit einberufen

Mit der Flutkatastrophe im Juli vergangenen Jahres kamen viele Hilfsorganisationen, Institutionen und Akteure ins Ahrtal, die sich unter anderem auch um die Kinder- und Jugendarbeit in einzelnen Orten kümmerten. Seit Oktober schon beschäftigt sich das Jugendbüroteam Altenahr mit der Idee un der Notwendigkeit, einen „runden Tisch der Kinder- und Jugendarbeit“ in der VG Altenahr einzuberufen. Der Jahreswechsel, sowie auch die Erfahrungen und Erlebnisse mit den ansässigen Organisationen sind eine gute Gelegenheit, Notwendigkeit und Grund dies anzubieten. Vertreter der Johanniter, Malteser, Diakonie Katastrophenhilfe, katholischen Kirche, Kulturverein, Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Andernach und das Team vom Jugendbüro Altenahr trafen sich Anfang Februar zu einem ersten Treffen im Übergangsbüro des Jugendbüros in Kesseling.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden gemeinsam Ziele, Wünsche und Erwartungen auf einem Flipchart gesammelt. Welche Themen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen begegnen uns? Was wünscht sich das Jugendbüro? Wie können alle miteinander kooperieren? Wie verstehen die Verantwortlichen den Gedanken der Nachhaltigkeit? Wo geht die Reise hin? Was bleibt, wenn die Organisationen das Ahrtal verlassen? Wer kann die Strukturen übernehmen? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die in den nächsten Treffen gemeinsam zu beantworten und zu erarbeiten sind.

Schnell war man sich der Notwendigkeit bewusst, so ein Meeting in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Das nächste Treffen ist für Ende März geplant. Ein ausführlicher Austausch, welche Organisationen in welchem Ort was anbietet, soll Klarheit in die große Gemengelage bringen und wieder für geregelte und überschaubare Strukturen sorgen.

Agnes Farkas aus Mártély in Ungarn – die erste europäisch Freiwillige im Jugendbüro Altenahr

Agnes Farkas aus Mártély in Ungarn – die erste europäisch Freiwillige im Jugendbüro Altenahr

Im März 2021 bekam die Ungarin Agnes Farkas während ihrem gerade begonnen Englischstudium eine Nachricht von Björn Papke, Ehrenamtler im Jugendbüro: „Hallo Agi, Werner Söller hat noch einen Job und sucht noch Menschen wie dich. Die junge Frau war erstmal überrascht, aber hat ziemlich schnell entschieden: Sie möchte das Angebot annehmen und unbedingt nach Deutschland reisen, 6 oder 12 Monate?, das war die Frage. Am Ende waren es dann aufregende 8 Monate.

Zurück auf Anfang: Im Rahmen einer Schülerbegegnung im Jahr 2001 besuchte schon die Mutter und der Bruder von Ágnes Farkas das Ahrtal. Ein paar Monate später kam die „kleine Ági” zur Welt. Die junge Frau hätte nicht gedacht, dass sie im Jahr 2019 ein vierwöchiges Praktikantin im Jugendbüro absolvieren würde. Im Jahr 2020 wollte dann Frau Farkas wiederkommen um das Jugendbüro zu besuchen, hatte aber wegen Corona leider keine Chance. Ági Farkas hat trotzdem ihre Freunde nicht vergessen und schrieb mit ihnen wenn die Zeit es zuließ.

Nachdem sie am 06. Juli 2021 ankam, dachte niemand, dass sie nur 6 Tage im Jugendbüro in Altenburg arbeiten kann. Am 14. Juli kam dann das Hochwasser und sie war mittendrin. Die Ungarin hatte auf Grund der Katastrophe auch die Möglichkeit wieder nach Hause zu fliegen, aber meinte: „Ich gehe nirgendwo hin, ich möchte unbedingt helfen”. Das Jugendbüroteam versuchte, auch mit ihrer Unterstützung, möglichst viele Aktionen und Programme für die Kinder und Jugendlichen zu organisieren, um ihnen kleine Auszeiten zu ermöglichen. Im September feierte sie mit ihrer zweiten Familie und weiteren liebgewonnen Menschen ihren 20. Geburtstag. Im Rahmen des ESK-Programms, sollte sie ein Mini Projekt erarbeiten und umsetzten. An dem Projekt „Ungarischer Tag” nahmen 10 Kindern teil, die ungarische Volksänze und ein ungarisches Mittagessen kennenlernten. Ebenfalls nahm die europäische Freiwillige mit jungen Menschen aus 12 Ländern an einer Seminarwoche in der Jugendbildungsstätte Walberberg teil.  Eine wichtige Erfahrung sich auszutauschen und über den Tellerrand des Jugendbüros zu schauen. Der Monat Dezember gestaltete sich, trotz Corona, als eine besinnliche Zeit, um auch deutsche Weihnachtsbräuche kennenlernen. Alle, die sie kennen und schätzen gelernt hatten, waren von ihrer Art, ihrem Engagement und ihrer sprachlichen Entwicklung begeistert. Die Ungarin Agnes Farkas wurde von Freunden an den Flughafen begleitet und flog am 04. Februar 2022 voller Eindrücke und Erlebnisse wieder nach Hause, aber sie sagte, dass die auf jeden Fall wiederkommt.

Mártély in Südungarn, ist eine Gemeinde mit ca. 1300 Einwohnern, gelegen in 1400 km Entfernung von Altenahr. Besonders reizvoll ist das Gelände am toten Arm der Theiß. Hier gibt es vielfältige Freizeitmöglichkeiten; von Wassersport über Angeln bis hin zu dem Naturlehrpfad, der teilweise nur über Holzstege begehbar ist. Im Jahre 1997 begann die neue Partnerschaft der Verbandsgemeinde Altenahr mit Mártély/Ungarn auf dem Hambacher Schloss. Gegenseitige Besuche von Ratsdelegationen, Schüler- und Jugendbegegnungen führten schlussendlich dazu, dass aus Fremden Freunde wurden.

Erster Europäischer Freiwilligendienst im Jugendbüro beendet

Erster Europäischer Freiwilligendienst im Jugendbüro beendet

Ágnes Farkas beendet ihren Freiwilligendienst im Jugendbüro Altenahr

Das europäische Solidaritätskorps (ESK) ist ein von der Europäischen Union gefördertes Programm, das jungen Europäer*innen die Möglichkeit gibt, sich für einen bestimmten Zeitraum sozial in Europa zu engagieren. Das pro Büro für Jugendarbeit Altenahr stellte bei der deutschen Nationalagentur den Antrag eine freiwillige Person aufzunehmen, welcher schon 2019 bewilligt wurde. Dem gesamten Freiwilligendienst von Erasmus obliegt eine einhundertprozentige Förderung zu Grunde. Allerdings gestaltete sich die Suche nach Freiwilligen sehr kompliziert. Einerseits durch die anhaltende Corona Situation, andererseits mussten gewisse Bedingungen, wie soziale Benachteiligung, erfüllt werden. Schließlich wurde das Jugendbüro Altenahr in Mártély, der ungarischen Partnergemeinde der VG Altenahr, fündig und konnte Ágnes Farkas für einen acht monatigen Freiwilligendienst gewinnen.

Als sie Anfang Juli 2021 anreiste, standen noch Ziele wie das Schaffen eines europäischen Bewusstseins auf der Agenda. Doch schon eine Woche später wurden diese durch die Hochwasserkatastrophe auf den Kopf gestellt. Aber anstatt die Rückreise anzutreten, zog sich die mutige 20-jährige die Gummistiefel an und sagte: „Ich bleibe hier, ich helfe euch! Dies war nicht nur von „Ági“ eine kühne Entscheidung, sondern auch von ihrer Gastfamilie Claudia und Björn Papke aus Ahrbrück, bei der sie für die gesamte Dauer untergebracht war. Da auch das Jugendbüro als Arbeitsstätte zerstört war, musste zu Beginn des Freiwilligendienstes sehr stark improvisiert und umgeplant werden. So unterstütze Frau Farkas in der Anfangsphase unter anderem die Betreuung in Ahrbrück, bevor sich das Jugendbüro am Ersatzstandort in Kesseling neu einrichtete. Sie konnte in verschiedenste Arbeitsbereiche eintauchen und ihre Kompetenzen in den Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit vertiefen. Gemeinsam mit der FSJlerin Annika Feldmann half sie beim Wiederherstellen der vorherigen Strukturen und Arbeiten im Jugendbüro.

Während der gesamten Zeit wurde sie von einer ehrenamtlichen Mentorin begleitet. Zsusanna Nágy kommt gebürtig ebenfalls aus Mártély, was die Kommunikation zwischen den beiden deutlich erleichterte und wodurch aufgekommene Probleme schnell gelöst werden konnten. Am vergangenen Donnerstag fand ein fachlicher Abschluss des Projektes statt, bei dem die bisher genannten Personen gemeinsam mit Jugendpfleger Werner Söller und Projektkoordinator Miguel Jeandrée den Freiwilligendienst abrundeten. Gemeinschaftlich fanden sie ein durchweg positives Feedback, was das Jugendbüro dazu veranlasst das Projekt Europa weiter anzugehen und weitere Aktivitäten zu planen. Am folgenden Abend lud die junge Ungarin ihre in der kurzen Zeit gesammelten Freunde, die sie Wegbegleiter nannte, zu einer Abschiedsparty ein, wo sie gemeinsam die Zeit Revue passieren lassen konnte.

Am Freitag, den 04.02.2022 fliegt Ágnes Farkas wieder zurück in die Heimat und kann mit Erfolg sagen ihr Ziel, ein europäisches Bewusstsein zu erhalten, erreicht zu haben. Damit ist die Arbeit des Jugendbüros noch nicht getan. Neben einem Abschlussbericht und der Endabrechnung im Mobilitytool überlegt sich das Jugendbüro den Erwerb des Erasmus Qualitylabels anzustreben. Dann wäre der Weg in eine weitere Ära europäischer Projekte geebnet.